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 Brexit: Freiheit
für Little England?
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 Die Europäische Union ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Staaten, die gemeinsam für einen zukunftsfähigen Kontinent stehen. Der Austritt ist deshalb ein Rückschlag für jeden überzeugten Europäer

Per Brexit-Votum haben die Briten im Juni 2016 aber entschieden, dass ihnen die angeblichen Vorteile eines autarken Nationalstaates wichtiger sind.

Briten? Schon der erste Blick auf die Mehrheiten zeigt, dass primär die Engländer und die Waliser den Brexit wollen. Nordirland und Schottland stehen mehrheitlich zu Europa und diskutieren auch einen GB-Exit, um in der EU zu bleiben.

Kommt Schottland bald als eigener Staat zur EU und ersetzt das Pfund durch den Euro?

Kommt es zwischen Irland und Nordirland unter dem Dach der EU zur irischen Wiedervereinigung?
     
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 Am Wahltag zog eine heftige Gewitterfront über England - und mit dem Wahlergebnis zog eine politische Gewitterfront hinterher, mit Ausläufern über ganz Europa. Das erste Gewittergrollen war aber nicht mehr als das erwartbare Hurrageschrei der Brüllaffen aller populistischen Rechtsradikalen.

Bis die Scheidung vollzogen ist, gehen ohnehin fast drei Jahre ins Land. Zeit, um auf beiden Seiten des Ärmelkanals darüber nachzudenken, was man wirklich will - bisher ergebnislos.

Sinnvoller zeitlicher Schlusspunkt müsste das Ende der jetzigen Wahlperiode des EU-Parlamentes 2019 sein. Dann endet die demokratische Legitimität.

Durch die Insellage beschränken sich physisch darzustellende Grenzfragen auf Irland/Nordirland. Beim Rechtsverkehr und dem Euro waren die Briten ohnehin nicht dabei. Das macht vieles einfacher.

Am schnellsten wird sich die Wirtschaft auf die kommenden Realitäten einstellen. Das hat - wahrlich fristlos - eine Eigendynamik, wie üblich mit vielen Gewinnern und Verlierern. Per Saldo wird die europäische Wirtschaft Schaden nehmen und damit werden auch Steuern ausfallen. Durch eine Re-Fokussierung der Wirtschaft auf Kerneuropa kann es aber gut sein, dass fast der ganze Schaden an den Briten hängen bleibt.

Bisher wenig thematisiert sind die Auswirkungen auf die Nutzung der englischen Sprache. Das Scheidungsdokumant wird vielleicht das letzte EU-Dokument in Englisch als Amtssprache - mit den Iren kann die EU ja dann vereinfacht in deren keltischer Heimatsprache kommunizieren. Irisch ist ohnehin bereits EU-Amtssprache. Und Englisch ist sonst als Amtssprache nur noch Malta zugeordnet. Da aber auch Maltesisch EU-Amtssprache ist, ist der Nutzung der englischen Sprache wörtlich der Boden entzogen.

Fiskalisch entfallen die Zahlungen von und die Subventionen nach Großbritannien - das werden die EU-Steuerzahler saldiert gut verkraften. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) bezifferte den direkten Ausfall der britischen Zahlungen für die EU-Kasse auf 5 Mrd. €. Das kann man auch als Entwarnung interpretieren: Für die verbleibenden knapp 450 Mio. EU-Bürger wären das nur gut 11 €/Jahr pro Person.

Die Umverteilungen, die die Briten dann selbst regeln müssen, werden dagegen schwieriger. Obendrein müssen britische Politiker dann selbst die Prügel einstecken und können nicht über die mal raffgierige, mal geizige EU schimpfen.

Rolf Albrecht
     
   
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